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Musiksalon // Klassik

Streichquartette des 20. und 21. Jahrhunderts

Moderne Klassiker und eine Deutsche Erstaufführung:
Streichquartette von Samuel Barber, Alissa Firsova und Dimitri Schostakowitsch

 

»Den Opfern des Faschismus und des Krieges« ist Schostakowitschs Streichquartett Nr. 8 in c-Moll offiziell gewidmet. Es ist ein Werk, das Zeugnis gibt von den Bedingungen des Komponierens in einer Diktatur, aber auch ein Werk stark autobiographischen Charakters. Geschrieben unter dem Eindruck des zerstörten Dresden, verarbeitet Schostakowitsch in der Tonfolge D-Es-C-H seine eigenen Initialen, zitiert eigene Werke und setzt sich damit gewissermaßen auch selbst ein Denkmal. An einen Freund schrieb er: »Ich dachte darüber nach, dass, sollte ich irgendwann einmal sterben, kaum jemand ein Werk schreiben wird, das meinem Andenken gewidmet ist. Deshalb habe ich beschlossen, selbst etwas Derartiges zu schreiben.«

Anders als Schostakowitsch selbst flohen die beiden Komponisten Dmitri Smirnov und Elena Firsova aus der Sowjetunion – nur mit ein paar Koffern und ihren beiden Kindern. Wie ihre Eltern hat sich Alissa Firsova der Musik verschrieben und ist als Pianistin, Dirigentin und Komponistin tätig. Am 5. März erklang im Akademiekonzert im Rosengarten die Uraufführung von Firsova Werk Die Windsbraut – ein Stück, das Firsova eigens für die Musikalische Akademie komponiert hat. Ihre Tennyson Fantasy op. 36 ist inspiriert von Gedichten des britisch-viktorianischen Dichters Alfred Lord Tennyson und vereinigt Reminiszenzen an die Klänge der Spätromantik mit dem irisierenden Sound der Gegenwart. Wir freuen uns, dass anlässlich der Deutschen Erstaufführung ihres Quartetts die Komponistin selbst anwesend ist und Tennysons hochpoetische Texte vorträgt, die sie zu dem Werk angeregt haben.

Hier können Sie sich einen ersten Eindruck verschaffen:

 

 

Flankiert wird das Programm von Samuel Barbers Streichquartett aus dem Jahr 1936. Zwei Jahre nach der Uraufführung in Rom regte Arturo Toscanini eine Umarbeitung für Streichorchester an. In dieser Version wurde das Adagio for strings zum Welterfolg – als Konzertstück und Grundlage diverser Filmmusiken.

Das Konzert findet im Oberen Foyer des Nationaltheaters statt.

 

Mit: Wolfgang Hammar (1. Violine), Barbara Reetz (2. Violine), Julien Heichelbech (Viola), Fritjof von Gagern (Violoncello) und Alissa Firsova (Rezitation)