Allgemein250 Jahre Beethoven!

74 Minuten erobern die Welt

»Happy birthday! Feliz cumpleaños! Alle Gute zum Geburtstag!« Überall auf dem Globus feiert man in diesem Jahr den 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens. Der Weg des Musikgenies begann am 17. Dezember 1770 in Bonn und führte ihn bald nach Wien. Sein Werk – von der Klavier- und Kammermusik bis zur sinfonischen Großform – beeinflusste die Musikwelt irreversibel, insbesondere mit seiner letzten Sinfonie. So ziehen Beethovens zeitlose Kompositionen bis heute Menschen aus aller Welt in ihren Bann.

Das neue Nonplusultra

Was macht die 9. Sinfonie in d-Moll so außergewöhnlich?

1824 uraufgeführt in Wien, dirigierte Beethoven seine Neunte ohne sie jemals gehört zu haben. Weder die Entstehung seines Meisterwerkes, noch den Applaus am Ende der Vorstellung konnte er »live« erleben. Der begnadete Pianist komponierte sie mit seinem »inneren Ohr«, da er zu diesem Zeitpunkt bereits vollkommen taub war.

Beethovens 9. Sinfonie ist länger als alle vorherigen und dringt außerdem über die Grenzen der Instrumentalmusik hinaus. Sie beinhaltet im 4. Satz den Gesang von Solist*innen und einem Chor. Dies war sehr untypisch zu Beethovens Zeit und revolutionierte die damalige Musikwelt. Sein Einfluss macht sich jedoch auch bis in die heutige Zeit und moderne Technologie bemerkbar, denn CD-Tonträger wurden so konstruiert, dass die 74-minütige Sinfonie auf ihnen Platz finden konnte.

Seid umschlungen

Der erste Satz der Sinfonie beginnt ganz unscheinbar, man erhält das Gefühl totaler Leere, wobei sich die Stimmung daraufhin steigert.  Im zweiten Satz herrscht entgegen formaler Erwartungen ein harter Klang mit energetischen und markanten Scherzo-Motiven. Ruhig und geradezu schwärmerisch geht es dagegen im dritten Satz zu. Daraufhin folgt zum großen Finale im vierten Satz ein musikalischer Superlativ und rhythmischer Überschwang, indem die Musik immer wilder wird. Man könnte meinen, Beethoven habe »organisiertes Chaos« der Freude komponiert. Es entsteht ein Klangerlebnis, das alle Möglichkeiten eines Orchesters ausnutzt und sich an den Extremen musikalischen Schaffens bewegt.

Live aus dem Nationaltheater

Um den Tauftag am 17. Dezember zu begehen, richtet das NTM nun einen aufwändigen Live-Stream aus, der es allen ermöglicht mitzufeiern, wenn die Pianisten Leonhard Dering und Kirill Zvegintsov sich Beethovens Neunter Sinfonie widmen.

Mehr zum digitalen Angebot des Nationaltheater Mannheims und der von Franz Liszt arrangierten Version der 9. Sinfonie für zwei Flügel findet ihr hier https://www.nationaltheater-mannheim.de/de/index-digital.php

»Ideal und Exzess«: Ein Projekt im Namen von

Gefördert durch